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04. März 2020  /  Allerlei

Vinland – der Traum der Wikinger findet seinen Weg nach Japan

Vinland Saga, Makoto Yukimura

Die Zeit der Wikinger begeistert viele Menschen in Europa. Egal ob nun durch Romane oder Vereine – die Faszination erstreckt sich über weite Bereiche. Doch seit 2005 herrscht auch in Japan Faszination für die Nordmänner, die Seefahrer, Krieger, Bauern und Händler zugleich waren.

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Der Mangaka Makoto Yukimura schuf mit seinem Manga Vinland Saga (2005 – fortlaufend) eine Geschichte, in der er die Geschichte der Wikinger des 11. Jahrhunderts mit fiktiven Charakteren verwebt. So trifft der fiktive Charakter Thorfinn nicht nur auf Leif Eriksson und Sven Gabelbart. Er wird mitten in die Britannieninvasion der Wikinger hineingeworfen. Außerdem kann der Protagonist die fortschreitende Christianisierung und den damit verbundenen Konflikt mit dem Glauben der Wikinger in seinem Umfeld miterleben.

Der Manga erfreute sich nicht nur in Japan Beliebtheit. Er fand auch seinen Weg nach China, Korea, aber auch Italien, Frankreich, Spanien und England. 2019 können die Abenteuer von Thorfinn und seinen Kameraden in der japanischen Animationsserie (Anime) verfolgt werden.

Suche nach dem Paradies

Der Titel Vinland Saga selbst steht als Zeichen für das Sehnen nach einem sowohl friedlichen und fruchtbaren Ort zum Leben. So inspiriert Leif Eriksson den fiktivien Charakter nach etlichen Umwegen ihm auf seiner Suche nach diesem Paradies zu helfen.

Der Wikinger Leif Erikssons Weg nach Vinland / Bildquelle: Wikipedia

Der Wikinger Leif Erikssons Weg nach Vinland / Bildquelle: Wikipedia

Demnach ist meines Erachtens Leif Eriksson, der auch den Beinamen „der Glückliche“ erhielt, einer der interessantesten historischen Personen in dem Manga. Er wurde ca. 970 als Sohn Eriks des Roten, dem Entdecker von Island, geboren. Er ist Entdecker von Nordamerika, welches wohl das Land Vinland verkörperte. Dass Skandinavier zu Recht als Entdecker Nordamerikas gelten dürfen, ist bereits 1978 archäologisch nachgewiesen. So zählen die Reste einer skandinavischen Siedlung, welche in Neufundland gefunden wurde, zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auf dem Weg nach Vinland

Die Art und Weise wie Leif jedoch Vinland entdeckte, wird in der Grönland-Saga als auch in der Eiríks saga rauða auf unterschiedliche Weise beschrieben. Jedoch stimmen beide Sagas darüber überein, dass Leif auf seinem Weg Grönland passiert haben muss, um an sein Ziel zu kommen.

Während jedoch Leif in der Eiríks saga rauða auf eigene Faust nach Vinland reiste, hörte er bereits in der Version der Grönland-Saga von der Sichtung neuer Länder durch Bjarni Herjólfsson. Dieser suchte nach Grönland, ging bei den neu entdeckten Gebieten jedoch nicht an Land. Leif Eriksson legte mit seiner Mannschaft an und erforschte dieses auch. Eben aus diesem Grund wird Leif als Entdecker Vinlands betrachtet.

Inwieweit Makoto Yukimura die beiden Sagas, in der Leif Eriksson eine bedeutsame Rolle spielt, in seinem Manga berücksichtigt oder sogar mit anderen verknüpft, bleibt abzuwarten. Tatsache ist jedoch, dass er durch seine Mangareihe ein Literaturwerk geschaffen hat. Ein Werk, welches dem asiatischen Raum ermöglicht, europäische Geschichte auf einfache und vergnügliche Weise kennenzulernen.