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Handwerk

Das Leben im Mittelalter unterscheidet sich stark von unserem heutigen Alltag: Die Menschen mussten die meisten Dinge für das tägliche Leben selbst herstellen. Nur das Notwenigste oder bestimmte „Luxusgüter“ wurde auf den Märkten erworben.

Geschichte erlebbar machen: Wir zeigen, wie die Menschen damals Kleidung hergestellt, Lederarbeiten durchgeführt oder Holzschnitzereien ausgearbeitet haben.

Chris Manfredson beim Brettchenweben
Mittelalterliche Lederarbeiten mit Messer
Floki beim Nähen seiner Wadenwickel
Dorothea beim Viking Knit

Fertigkeiten

Zuschauen und lernen: Das ist heute wie damals das Maß aller Dinge im Handwerk. Auf Wunsch können wir auch kleine Workshops für Besucher anbieten.

Heilkräuterkunde

Im Gegensatz zur heutigen Zeit sorgten die meisten Menschen im Mittelalter selbst für ihre Nahrung. Was sind selbst angebaut oder hergestellt werden konnte, wurde auf dem örtlichen Markt besorgt. Oder man fand es in den umliegenden Wiesen und Wäldern.

Das Wissen über das Sammeln und die Verwendung von Kräutern und Bäumen ist bis heute erhalten geblieben. Dank der großen Universalgelehrtin Hildegard von Bingen fließt es auch wieder vermehrt in unseren Alltag ein.

In unserem Lager verwenden wir Kräuter nicht nur für die Verfeinerung von Salaten und als Tee. Auf Wunsch bereiten wir kleine Workshops zum Thema Kräuter vor.

Lederarbeiten

Zwar stellen wir selbst kein Leder her, doch wir wissen dies wunderbare Material zu veredeln. Mit dem Punzieren verschönern wir Gürtel und Armbänder und machen diese zu einzigartigen Hinguckern mit besonderen Mustern und Verzierungen.

Nadelbinden

Mit Nadel und Faden, ganz einfach und trotzdem fast ausgestorben: Das Nadelbinden war jahrhundertelang eine weit verbreitete Herstellungsart von Maschenware wie Socken, Handschuhe oder Mützen. Dabei werden die Fäden spiralförmig in Schlingenketten gelegt und durch systematisch geführten Verbindungsstiche miteinander verbunden.

Was so einfach klingt, ist auch nicht besonders schwer. In unseren Reihen gibt es einige geschickte Nadelbinderinnen, die ihr Können breitwillig darbieten.

Sticken und Nähen

Wir stellen einen Großteil unserer Gewandung selbst her: Nach überlieferten Schnittmustern und Vorlagen reproduzieren wir Tuniken für Weib und Mann, Klappenröcke, Hosen und Wadenwickel. Selbst bei der Stoffauswahl beschränken wir uns auf die mittelalterlichen Textilien wie Leinen, Nessel, Hanf und Wolle vom Schaf. Die Baumwolle war im Mittelalter tatsächlich noch weitestgehend unbekannt.

Brettchenweben

Das Weben von Bändern mittels Webbrettchen war im mittelalterlichen Europa weit verbreitet und findet im arabischen Raum noch heute seine Verwendung.

Zumeist wurden farbenfrohe Borten aus Leinen oder Wolle mit vielseitigen, kulturell unterschiedlichen Mustern zur Verzierung von Kleidungsstücken hergestellt. Wer genug Geld in den Taschen hatte, konnte sich die aufwendigen Arbeiten auch mit Seide statt der preisgünstigeren Materialien weben lassen.

Viking Knit

Viking Knit oder auch Drahtweben ist eine Technik, die verwendet wird, um Armbänder oder Ketten herzustellen. Die meisten Fundstücke dieser Technik stammen aus dem 9. – 11. Jahrhundert und verbreiteten sich durch die Reisen der Wikinger vor allem auch nach England. Besonders berühmt ist der Fund aus dem berühmten Hort von Cuerdale, der im Britischen Museum in London besichtigt werden kann.

Der Ursprung der Technik ist unbekannt, die Wikinger/Skandinavier haben es jedoch zu einer großen Perfektion im Drahtweben gebracht, was auch die vielen erhaltenen Fundstücke erklärt, und wurden somit auch namensgebend für den englischen Begriff „Viking Knit“.

Bei dieser Technik wird ein dünner Draht, in Schlaufen um einen Stock herum verflochten. Es gibt unterschiedlich dichte Muster, das Prinzip bleibt jedoch stets das gleiche. Das fertige Geflecht wird dann durch stets dünner werdende Löcher, z.B. in einem Holzbrett, gezogen, und so verfestigt. Die dabei entstehende Struktur ist sehr gleichmäßig und ähnelt einem geflochtenen Seil. Obwohl die fertige Kette innen noch immer hohl ist, lässt sie sich nun kaum noch verformen und hat eine sehr hohe Formstabilität.

Schreibkunst

Im mittelalterlichen Europa war das Lesen und Schreiben war nur einer sehr kleinen Gruppe vorbehalten: Geistliche wie Priester und Mönche, der Adel und einzelne Berufsgruppen wie Baumeister. Mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg anno domini 1450 wurde einer europaweite Medienrevolution ausgelöst und das Erlernen im Umgang mit Stift und Papier wurde auch der breiten Bevölkerung zugänglich – wenn auch nur sehr zögerlich.

Wir lassen die hohe Schreibkunst wieder auferstehen und restaurieren alterwürdige Schriftstücke mit der berühmten karolingischen Minuskel.