Handwerk und Wissen

Handwerk und Wissen

Das Leben im Mittelalter unterscheidet sich stark von unserem heutigen Alltag: Die Menschen mussten die meisten Dinge für das tägliche Leben selbst herstellen. Nur das Notwenigste oder bestimmte „Luxusgüter“ konnte von Händlern erworben werden.

Viel Arbeit und sieht einfach toll aus: Die Herstellung von Borten auf einem kleinen Webstuhl.

Viel Arbeit und sieht einfach toll aus: Die Herstellung von Borten auf einem kleinen Webstuhl.

Manfred ist unser Mann, wenn es um tolle Lederarbeiten und scharfe Messer geht.

Manfred ist unser Mann, wenn es um tolle Lederarbeiten und scharfe Messer geht.

Fertigkeiten

In unserem Lager gibt es ständig etwas zu sehen. Denn wenn wir gerade nicht beim Plaudern oder beim Zubereiten unserer Mahlzeiten sind, kann man allerlei handwerkliches Treiben beobachten. Und sehr gerne erläutern wir den Marktbesuchern unsere Fertigkeiten.

Brettchenweben

Das Weben von Bändern mittels Webbrettchen war im mittelalterlichen Europa weit verbreitet und auch heute noch findet es im arabischen Raum seine Verwendung.

Zumeist wurden farbenfrohe Borten aus Leinen oder Wolle mit vielseitigen, kulturell unterschiedlichen Mustern zur Verzierung von Kleidungsstücken hergestellt. Wer genug Geld in den Taschen hatte, konnte sich die aufwendigen Arbeiten auch mit Seide statt der preisgünstigeren Materialien weben lassen.

Lederbearbeitung

Zwar stellen wir selbst kein Leder her, doch wir wissen dies wunderbare Material zu veredeln. Mit dem Punzieren verschönern wir Gürtel und Armbänder und machen diese zu einzigartigen Hinguckern mit besonderen Mustern und Verzierungen.

Nadelbinden

Mit Nadel und Faden, ganz einfach und trotzdem fast ausgestorben: Das Nadelbinden war jahrhundertelang eine weit verbreitete Herstellungsart von Maschenware wie Socken, Handschuhe oder Mützen. Dabei werden die Fäden spiralförmig in Schlingenketten gelegt und durch systematisch geführten Verbindungsstiche miteinander verbunden.

Was so einfach klingt, ist auch nicht besonders schwer. In unseren Reihen gibt es einige geschickte Nadelbinderinnen, die ihr Können breitwillig darbieten.

Nähen und Sticken

Wir stellen einen Großteil unserer Gewandung selbst her: Nach überlieferten Schnittmustern und Vorlagen reproduzieren wir Tuniken für Weib und Mann, Klappenröcke, Hosen und Wadenwickel. Selbst bei der Stoffauswahl beschränken wir uns auf die mittelalterlichen Textilien wie Leinen, Nessel, Hanf und Wolle vom Schaf. Die Baumwolle war im Mittelalter tatsächlich noch weitestgehend unbekannt.

Viking Knit

Viking Knit oder auch Drahtweben ist eine Technik, die verwendet wird, um Armbänder oder Ketten herzustellen. Die meisten Fundstücke dieser Technik stammen aus dem 9. – 11. Jahrhundert und verbreiteten sich durch die Reisen der Wikinger vor allem auch nach England. Besonders berühmt ist der Fund aus dem berühmten Hort von Cuerdale, der im Britischen Museum in London besichtigt werden kann.

Und wer hat’s erfunden?

Der Ursprung der Technik ist leider unbekannt, doch haben es die Wikinger/Skandinavier zu einer großen Perfektion im Drahtweben gebracht, was auch die vielen erhaltenen Fundstücke erklärt. Sie wurden auch zum Namensgeber für den englischen Begriff „Viking Knit“.

Bei dieser Technik wird ein dünner Draht, in Schlaufen um einen Stock herum verflochten. Es gibt unterschiedlich dichte Muster, das Prinzip bleibt jedoch stets das gleiche. Das fertige Geflecht wird dann durch stets dünner werdende Löcher, z.B. in einem Holzbrett, gezogen, und so verfestigt. Die dabei entstehende Struktur ist sehr gleichmäßig und ähnelt einem geflochtenen Seil. Obwohl die fertige Kette innen noch immer hohl ist, lässt sie sich nun kaum noch verformen und hat eine sehr hohe Formstabilität.

Wir transportieren die mittelalterliche Kräuterkunde und deren Anwendung im Alltag in unsere Zeit.

Wir transportieren die mittelalterliche Kräuterkunde und deren Anwendung im Alltag in unsere Zeit.

Unsere Kleidung stellen wir selbst her. Nebenbei wird natürlich kontrovers diskutiert und viel gelacht.

Unsere Kleidung stellen wir selbst her. Nebenbei wird natürlich kontrovers diskutiert und viel gelacht.

Workshops

Zuschauen, anfassen und lernen: Das ist heute wie damals das Maß aller Dinge im Handwerk. Außerdem können wir auf Wunsch auch kleine Workshops für Marktbesucher – Kinder sowie Erwachsene – anbieten.

Kräuterkunde des Mittelalters

Im Gegensatz zur heutigen Zeit sorgten die meisten Menschen im Mittelalter selbst für ihre Nahrung. Was nicht selbst angebaut oder hergestellt werden konnte fand man in den umliegenden Wiesen und Wäldern. In seltenen Fällen konnten waren auch von Händlern bezogen werden.

Das Wissen über das Sammeln und die Verwendung von Kräutern und Bäumen ist bis heute erhalten geblieben. Und dank der großen Universalgelehrtin Hildegard von Bingen fließt es auch wieder vermehrt in unseren Alltag ein.

Auf Wunsch bereiten wir kleine Workshops zum Thema Kräuter für Speiß und Trank vor.

Nadelbinden-Kurs

In unseren Reihen gibt es einige geschickte Nadelbinderinnen, die ihr Können breitwillig für kleine Besuchergruppen darbieten. Natürlich müssen die Besucher ein wenig Geduld mitbringen, denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Mittelalterliche Modenschau

Unsere Gruppe ist breit aufgestellt und so finden sich in unserer Mitte nicht nur Wikinger. Mit von der Partie sind auch Germanen, Franken, Alemannen sowie Slawen.

In einer interessanten Modenschau erläutern wir die Kleidung des Früh- und Hochmittelalters anhand des jeweiligen Kulturkreises und der Gesellschaftsschicht.