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11. Juli 2019  /  Markt und Reisen

Mittelalterliche Tage in Regen ohne Regen

Burg Weißenstein in Regen 2019

Für mich war dieses Jahr etwas ganz besonderes, denn dieses Mal ging es nach Burg Weißenstein im Bayrischen Wald, ein Markt, der nur alle zwei Jahre stattfindet. Dementsprechend war die Vorfreude riesig und wie sich herausstellen sollte, wurde ich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil.

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Denn nicht nur, dass Burg Weißenstein eine spannende Geschichte hat; so wurde sie im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) von Schweden eingenommen, auch im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 – 1714) litt die Burg unter den Folgen des Krieges. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erwarb die Ortschaft Regen die Rechte über die Burg und begann mit der Sanierung, um sie Besuchern als kleines Museum zugänglich zu sein.

Lagerleben beim Ritterspektakel in Regen 2019

Lagerleben beim Ritterspektakel in Regen 2019

Mittelalter genießen mit einer Extraportion Sonne

Auch habe ich festgestellt, dass der Name des Ortes Regen an diesem Wochenende mehr als irreführend war. Das Wetter war fantastisch! Die Sonne brannte auf unsere Köpfe und so waren wir alle mehr als froh unser Sonnensegel gehabt zu haben. Ob nun Barfuß im Schatten liegend oder durch das dichte Gras streifend, hochkonzentriert in Näh- oder Stickarbeiten vertieft oder mit feurigem Elan dabei einen Holzlöffel (er wurde liebevoll Dietmar genannt) sowie eine Gabel zu schnitzen.

Holzlöffel Dietmar

Holzlöffel Dietmar

Wir alle nutzten das heiße Wetter zum Faulenzen, um über den Markt zu schlendern und dabei den einen oder anderen Kauf zu tätigen, durch den nahen Wald zu spazieren oder von der Spitze der Burg den atemberaubenden Ausblick über sanfte, grüne Hügel und Wäldern des Bayrischen Waldes zu genießen. Bei diesen Höhen konnte dem Einen oder Anderen schon mulmig im Bauch werden und so war es gar nicht verwunderlich, dass die Aussicht nur kurz genossen wurde, um schleunigst wieder festen Erdboden unter den Füßen zu haben.

Es gibt Essen – natürlich

Doch es wurde nicht nur gefaulenzt, denn ohne ein bisschen Arbeit wären wir wohl mit leerem Magen in unsere Zelte geschlüpft. So wurde gekocht und gebraten. An einem Tag gab wunderbare Spinat- und Käseknödel und an einem anderen köstliche Hähnchen. Damit das Hähnchen überhaupt schön knusprig gebrutzelt werden konnte, war es von ungeheurer Wichtigkeit genügend Feuerholz zu hacken. Dies wurde auch mit Feuereifer erledigt und so war immer für ein Riesenhaufen Holz gesorgt, damit das Feuer durchgängig knistern konnte. Das war auch gut, denn so wurde selbst der größten Frostbeule im Lager nicht kalt.

Gebratene Hähnchen

Gebratene Hähnchen

Jedoch war die abendliche Kühle sehr gut, denn die hat das Lagerleben noch einmal richtig in Schwung gebracht. Menschen drängelten sich über den Markt, aßen und tranken, während wieder andere die Stände abklapperten. Auch wir haben die kühlen Abende genossen. Dabei saßen wir viel zusammen, haben bis spät in die Nacht hinein erzählt. Das Higlight war schließlich die nächtliche Feuershow. In der Dunkelheit sahen die vielen fliegenden Funken aus wie rote kleine Sterne. Das Feuer zog einen in seinen Bann und so wurde gelacht und gestaunt.

Natürlich war nach der spektakulären Show nicht mehr an Schlafengehen zu denken und so ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Immerhin war unser hervorragender Löffelschnitzer nicht nur ein begabter Schnitzermeister, sondern beherrschte auch die Gitarre. Und so dauerte es nicht lange als sanfte Gitarrenklänge durch die Nacht hallten, begleitet von munterem, ab und an etwas schiefen Gesang, bis auch der Letzte in seinem Zelt verschwunden ist.

Feuershow beim Ritterspektakel Regen 2019

Feuershow beim Ritterspektakel Regen 2019